Sanierung Erbenheimer Warte

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Auftraggeber: Stadt Mainz, Gebäudewirtschaft Mainz
Planer: Institut für Baustoffuntersuchung und Sanierungsplanung GmbH, Saarbrücken
Unsere Leistung: Schadensgutachten, Tragwerksplanung LPH 1-6 und LPH 8
Planung: 2014-2018
Realisierung: 2018
Sanierungskosten: ca. 260 TSD EUR netto

Die Stadt Mainz, vertreten durch die Gebäudewirtschaft Mainz, plante die Sanierung des Turmhelms der Erbenheimer Warte. Dieser Turm war einer von vier Wach- und Signaltürmen, die Bestandteil der Besfestigungsanlage war, die von den Mainzer Bischöfen zum Schutz der Bevölkerung errichtet wurden. Die Erbenheimer Warte wurde im Jahr 1497 errichtet und ist der letzte in Originalsubstanz erhaltene Wachturm.
Der Turmhelm war durch zahlreiche Risse gekennzeichnet. Der oberseitige Putz lag größtenteils hohl. Die Grebner Ingenieure GmbH wurde beauftragt, die Schäden zu lokalisieren und ein Schadensgutachten inkl. Sanierungskonzept zu erstellen. In diesem Rahmen wurde eine dreidimensionale Berechnung mittels FE-Modell mit dem Programm RFEM von DLUBAL durchgeführt, um eine Schadensdiagnose zu erstellen.
Im zweiten Schritt wurde eine statische Berechnung für den Abriss und den kompletten Neubau des Turmhelms inkl. Ausführungsplanung durchgeführt. Der Turmhelm wurde komplett abgebaut und mit Vollklinkersteinen im Originalformat wieder aufgebaut. Um zusätzliche Stabilität zu erhalten und die Umlenkung der schrägen Schalenkräfte in den vertikalen Turmschaft zu gewährleisten, wurden Ringanker im Stahlbeton vorgesehen.
Der Turmhelm hat in seiner Grundfläche einen Durchmesser von ca. 7,5 m, die Höhe beträgt ca. 9,8 m zuzüglich der Turmspitze. Die Schale des Turmhelms bestand aus ca. 15 cm dicken Mauerwerkssteinen im Originalformat von 30 x 15 x 6 cm. Im unteren Bereich bis zur ersten Gaube wurde die Schale auf bis zu 55 cm ausgeweitet. Die Steine wurden eigens für die den Wiederaufbau des Turmhelms von Wienerberger hergestellt.